Schimmel auf der Fensterbank – Ursache und was man dagegen tun kann

Die Fensterbank ist eine der am häufigsten übersehenen Problemstellen im Schlafzimmer. Sie liegt im Blickfeld, wird aber selten wirklich angeschaut – und noch seltener in den Bereichen kontrolliert, die kritisch sind: der Übergang zur Wand, der Spalt hinter der Heizung, die Unterseite. Schimmel auf der Fensterbank beginnt oft genau dort, wo man nicht hinschaut.

Warum die Fensterbank so anfällig ist

Die Fensterbank liegt direkt unter dem Fenster – der kältesten Fläche im Raum. Kondenswasser, das sich am Fensterrahmen oder an der Scheibe bildet, läuft nach unten und landet auf der Fensterbank. Wenn es dort nicht regelmäßig aufgewischt wird, sammelt es sich an den Rändern, in den Anschlussfugen zur Wand und unter der Fensterbank selbst.

Dazu kommt die Position unmittelbar über dem Heizkörper. Das klingt zunächst nach einem Vorteil – warme Luft steigt auf, trocknet die Feuchtigkeit. In der Praxis ist es komplizierter. Die aufsteigende Warmluft vom Heizkörper trifft auf die kalte Scheibe und kondensiert dort – und ein Teil dieser Feuchtigkeit landet auf der Fensterbank. Gleichzeitig blockieren viele Menschen den Heizkörper mit der Fensterbank oder stellen Gegenstände darauf, die die Wärmeverteilung stören.

Pflanzen auf der Fensterbank sind ein eigener Faktor. Wer Zimmerpflanzen direkt auf der Fensterbank stehend hat, schafft eine lokale Feuchtigkeitsquelle – Gießwasser, Transpiration, feuchte Erde. Das summiert sich mit dem Kondenswasser vom Fenster und macht die Fensterbank zur nassesten Stelle im Raum.

Wo der Schimmel konkret sitzt

Auf der Oberfläche der Fensterbank ist Schimmel meistens noch nicht das erste, was man sieht. Er beginnt in der Regel an drei Stellen:

In den Fugen zwischen Fensterbank und Wand. Dort zieht Feuchtigkeit ein, der Anschluss ist selten perfekt abgedichtet, und Luft zirkuliert kaum. Kleine dunkle Stellen entlang dieser Fuge sind fast immer Schimmel.

Unter der Fensterbank, wenn diese aus dem Mauerwerk herausragt und auf der Unterseite nicht kontrolliert wird. Wer selten unter die Fensterbank schaut, erlebt manchmal eine Überraschung.

Hinter Gegenständen, die dauerhaft auf der Fensterbank stehen – Pflanzen, Dekoartikel, Vorhangstangen. Darunter sammelt sich Feuchtigkeit, die Luft kommt nicht ran.

Was konkret hilft

Kondenswasser täglich wegwischen ist die einfachste und wirksamste Maßnahme. Ein Tuch, das morgens kurz über Scheibe, Rahmen und Fensterbank geht, verhindert, dass Feuchtigkeit in die Fugen einzieht. Das kostet dreißig Sekunden und macht einen echten Unterschied.

Fugen kontrollieren und bei Bedarf neu abdichten. Silikonmasse in den Anschlussfugen zwischen Fensterbank und Wand verhindert, dass Feuchtigkeit eindringt. Alte, rissige oder bereits schimmlige Fugen sollten entfernt und neu gezogen werden. Das ist eine einfache Arbeit, die man selbst erledigen kann.

Pflanzen von der Fensterbank entfernen oder zumindest auf Untersetzer stellen, die Wasser auffangen. Wer die Pflanzen trotzdem dort behalten möchte, sollte die Fensterbank darunter regelmäßig trockenwischen und die Unterseite der Töpfe kontrollieren.

Vorhandenen Schimmel auf der Fensterbankoberseite mit hochprozentigem Alkohol oder einem chlorfreien Schimmelentferner behandeln. Bei Holzfensterbänken vorher testen, ob das Mittel die Oberfläche angreift. Nach der Behandlung gut trocknen lassen.

Wenn der Schimmel tiefer sitzt

Manchmal reicht das Abwischen nicht. Wenn der Schimmel bereits unter die Fensterbank gezogen ist oder die Wand hinter der Fensterbank befallen hat, ist mehr nötig. In solchen Fällen muss die Fensterbank abgenommen werden – was je nach Bauart einfach oder aufwändig sein kann – um den Befall darunter zu behandeln und die Feuchtigkeit zu beseitigen.

Wer dabei feststellt, dass die Wand unter der Fensterbank dauerhaft feucht ist – nicht wegen Kondenswasser, sondern weil die Wandsubstanz feucht ist – hat möglicherweise ein tieferliegendes bauliches Problem. Feuchtigkeit, die von außen durch die Brüstung eindringt, ist kein Nutzungsproblem und kein Fall für Selbstbehandlung. Das ist ein Mangel, der fachkundig bewertet werden sollte.

Wie die Schimmelbeseitigung in solchen Fällen methodisch funktioniert und wann ein Fachmann sinnvoll ist, beschreibt der Artikel zum Schimmel entfernen im Schlafzimmer sowie der Beitrag zum Schimmelfachmann.